Körperliche Warnsignale

Je nach Lebensgeschichte und Persönlichkeitstyp neigen Individuen bei hohen Daueranforderungen zu unterschiedlichen Körperreaktionen, die sich als Stress-Symptome oder Warnsignale interpretieren lassen. Alle körperlichen Symptome  können auch auf eine körperliche Krankheit zurückgehen. Daher ist es bei vermehrt häufigem Erscheinen angezeigt, eine entsprechende somatische Indikation beim Hausarzt abklären zu lassen. Bringt eine umfassende medizinische Untersuchung keinen somatischen Befund, so wird es in der Regel als eine Auffälligkeit oder Störung im psychodynamischen Bereich behandelt. Eine weitere Untersuchung beim Psychologen bzw. Psychotherapeuten sollte darüber Aufschluss geben können, ob es sich entweder um ein bereits ausgeformtes psychosomatisches Krankheitsbild handelt oder eben um ein Burnout-Syndrom.

 Speziell beim Burnout-Syndrom ist kennzeichnend, dass nicht alleine körperliche Symptome erscheinen, sondern stets auch psychische Warnsignale und Warnsignale im Verhalten ko-existieren.

Die psychische Warnsignale werden aber häufig von Betroffenen und erst recht von psychomatisch Erkrankten ignoriert bzw. aus der Selbstwahrnehmung ausgeblendet und bedürfen daher einer eingehenden  psychologischen Exploration. 
Karikaturist Roger Schmidt

Beispiele für typische körperliche Warnsignale:

  • Gefühl weicher Knie/ Schwindel- und/oder Taubheitsgefühle
  • Enge- oder Druckempfinden in der Brust oder im Herzbereich 
  • Spannungskopfschmerz
  • Erhöhte Magenempfindlichkeit, Übersäuern, Übelkeit, Schmerzen oder Krämpfe im Magen/Darm-Bereich- Appetitlosigkeit
  • Nervöse Reaktionen des Darmsystems wie Verstopfung oder Durchfall
  • Zittern der Fein-Muskulatur/Händezittern, Augenzucken/Tick,
  • Juckreiz, Ausschlag allergische Hautreaktionen
  • Störende Hörgeräusche / Tinnitus
Beispiele für typische psychische Warnsignale
  • Dauerhafte Müdigkeit bereits am Morgen/Erschöpfung/ Sexuelle Lustlosigkeit
  • Konzentrationsschwierigkeiten, Abschweifen der Gedanken, Denkblockaden/Black- Outs/ ADS und ADHS
  • Sich bedrängt und unter Druck gesetzt fühlen oder das Empfinden, die Zeit arbeitet gegen mich
  • Wiederkehrende negative Gedanken, Vorstellungen, Selbstdialoge  aggressive Grübeleien gegenüber sich selbst oder anderen
  • Abends und nachts nicht richtig abschalten zu können
  • Gedankenjagen und schlecht einschlafen, nachts aufwachen, Zähneknirschen, das Gefühl, dass der Schlaf wenig Erholung brachte,
  • Empfinden von Emotionsarmut oder Lustlosigkeit, fehlender Humor
  • Gefühle der Sinnlosigkeit
  • Neidgefühle gegenüber anderen, die ihren Spaß ausleben
  • Bedürfnis in Ruhe gelassen zu werden

Beispiele für typische Warnsignale im Verhalten

  • Rückzug von Freunden und geselligen Anlässen
  • steigender Konsumbedarf (Tabak, Alkohol, Kaffee, Tabletten, Essen, Einkaufen)
  • Ungeduld oder Gereiztheit in Gesprächen
  • nervöse Motorik (Hin- u. Herrutschen auf dem Stuhl, Fingertrommeln, Beinschwingen, ständiges Aufstehen
  • Situationen von Beinahe-Unfällen oder Unfällen im Verkehr, Haushalt oder Sport

Zusammenfassung und Selbst-Check

Das Burnout-Syndrom umfasst stets mehrere Dimensionen, es treten verschiedene Warnsignale parallel auf; Leitsymptome sind die psychischen Warnsignale wie Schlafstörungen, das Empfinden von Emotionsarmut oder Lustlosigkeit, fehlender Humor und /oder Gefühle der Sinnlosigkeit sowie Erschöpfung.

Aus der Reihe der aufgezählten Beispiele von Warnsignalen kennt jedermann oder Frau das eine oder andere aus eigener Erfahrung. Das alleine ist noch kein Burnout-Syndrom - erst das Erleben von Warnsignalen über einen längeren Zeitraum hinweg und die selbst empfundene Tendenz einer Verstetigung oder Eskalation oder Rückmeldungen von Freunden, Kollegen oder Lebenspartner zu Veränderungen im Verhalten, geben Anlass zur gesundheitlichen Klärung beim Arzt oder Psychologen.